Risikomanagement

Risiko messen

 

Hätten Sie gedacht, dass wir uns mit dem Thema Risikomanagement tagtäglich auseinandersetzen?

- Bevor wir mit unserem Auto los fahren schnallen wir uns an, um das Risiko einer Verletzung bei einem möglichen Unfall zu minimieren oder einfach das Risiko einer möglichen Verkehrsstrafe zu eliminieren.

- Wir ziehen uns bei kalten Temperaturen warm an, damit wir das Risiko einer Verkühlung minimieren.

Diese Punkte sind für uns selbstverständlich, aber sie gehören auch zum Risikomanagement.

An der Börse ist das Management von Risiken mindestens genau so wichtig. Warum? Wir können die Kursbewegungen, die politischen Entscheidungen, die Börsennachrichten o. ä. nicht kontrollieren. Der einzige Faktor den wir kontrollieren können ist unser Risiko.

“Die konsequente Realisierung von Verlusten entscheidet darüber, ob Sie langfristig am Markt erfolgreich werden oder nicht.”

Diese Aussage heißt natürlich nicht, dass Sie Verluste machen sollen…aber Sie werden sie machen. Jeder der am Finanzmarkt aktiv ist und irgendeinen Basiswert kauft (Aktien, Anleihen, Fonds, Derivate,…) wird früher oder später einen Verlust erleiden. Das ist nun mal so und muss akzeptiert werden. Wichtig dabei ist, dass langfristig die Höhe der Gewinne die Höhe der Verluste übersteigen.

Lassen Sie mich an dieser Stelle Investmentguru George Soros zitieren:

“Ich lag bei etwa der Hälfte meiner Investitionsentscheidungen richtig, aber bei profitablen Geschäften habe ich deutlich mehr gewonnen als ich bei Verlustgeschäften verloren habe.”

Wie hoch sollte Ihr Risiko sein?

Selbstverständlich hängt die Antwort auf diese Frage von der Risikobereitschaft jedes einzelnen Börsianers ab und muss jeder für sich selbst bestimmen. Die hier vorgestellten Ideen sollen lediglich zur Orientierung dienen.

Grundsätzlich gilt: Je frequenter der Handel umso kleiner sollte das Risiko pro eingegangener Position sein. Ein aktiver Trader wird etwa 0,5 bis max 2% seines Tradingkapitals pro Trade riskieren. Ein langfristiger Anleger sollte sich aber auch ab einem bestimmten Punkt von seiner Investition verabschieden, wenn dieser sich nicht wie erwartet entwickelt.

Die Mathematik arbeitet bei Verlusten gegen uns. Wenn Sie 50% Ihres Handelskapitals verlieren, dann müssen Sie 100% gewinnen, damit Sie wieder beim Startkapital sind. Das klingt ungerecht, ist aber leider so.

Die 2%-Regel

Gehen wir davon aus, dass Sie ein Tradingkonto von EUR 10.000,00 haben und maximal 2% (EUR 200,00) Ihres Kapitals pro Transaktion riskieren. Zum Totalverlust müssen also die ersten 50 Trades hintereinander schief gehen (50*200,00). Die gute Nachricht dabei ist, dass die Wahrscheinlichkeit, dass man z.B. 10 Mal hintereinander verliert nur bei 0,0976% liegt.

Rechnen wir mal nach. Wenn die Chance für einen erfolgreichen Trade 50% beträgt, dann liegt das Risiko eines Verlusttrades auch bei 50%.  Die Wahrscheinlichkeit für Erfolg und Misserfolg beträgt jeweils 0,5.

Die Wahrscheinlichkeit, dass 10 Geschäfte in Folge schief gehen wird folgendermaßen errechnet:

0,5 * 0,5 * 0,5 * 0,5 * 0,5 * 0,5 * 0,5 * 0,5 * 0,5 * 0,5= 0,5 hoch 10 = 0,000976562 oder 0,0976562%.

In der Praxis kann das zwar eintreten, ist aber sehr unwahrscheinlich. Ausserdem haben wir bei diesem Beispiel das Risiko linear berechnet, also immer vom Startkapital.  Das bedeutet, dass wir bei einem Kontostand von 9.000,- Euro auch 200,- Euro riskiert haben und bei einem Kontostand von 11.000,- Euro auch.

Nun betrachten wir das Risiko/Trade nicht linear sondern progressiv. Wir riskieren auch hier 2%, aber nicht vom Startkapital sondern vom aktuellen Kapital.

risikotabelle

Dadurch wird es deutlich, dass der Zinseszinseffekt in beide Richtungen positiv wirkt!

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